Schumann im Burgunderhimmel (Teil 1)

 

 

Ich bin wieder da!

 

Zu Beginn dieses ersten Beitrags seit mehr als einem Jahr – Asche über mein Haupt – möchte ich mich nicht lange mit Erklärungen, Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen aufhalten.

Nur eines sei demjenigen unter den geneigten Lesern gesagt, der sich wirklich für meine Person oder meine schreibende Tätigkeit interessiert:

Es waren weder haarsträubende persönliche Abgründe noch anders geartete schicksalhafte Katastrophen, die für meine sträfliche Abwesenheit sorgten. Ich fühlte mich nach gut drei Jahren einigermaßen regelmäßigen Schreibens über Wein lediglich temporär absolut unfähig, etwas auch nur einigermaßen Vernünftiges in die Tasten zu hauen, war intellektuell noch ausgebrannter und erschöpfter als ohnehin schon… Weiterlesen

Hospices de Beaune 1998 Pommard

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Alter Burgunder – Urlaub von der ewig jungen Wildheit

 

[dropcap2]G[/dropcap2]ewohnheiten sind – auch wenn es eine ewige Binse ist – nicht zuletzt da, um ab und an gebrochen zu werden. Ich befasse mich jahrein, jahraus mit mehr oder minder spannenden Nischenweinen, die von mehr oder weniger jungen und ab und zu auch tatsächlich wilden Typen auf ganz moderne oder teilweise auch betont altmodische Weise gemacht und nicht selten unheimlich hipp etikettiert werden. Mein heutiger Trinktipp hat nichts von alledem, er erscheint schon rein äußerlich aus der Zeit gefallen und ich habe ihn dennoch überaus genossen… Weiterlesen

Camille Giroud 2010 Savigny-les-Beaune Premier Cru Les Peuillets Burgund

von Christian Schumann

[dropcap2]N[/dropcap2]ach dem gestrigen Alltags – Spätburgunder möchte ich heute einen Pinot Noir vorstellen, wie er anders nicht sein könnte. Dieser Tropfen aus der Heimat der Traube, dem ebenso verehrten wie geschmähten Burgund, hat definitiv das Zeug dazu, sich in die illustre Reihe der besten Rotweine einzureihen, die ich bislang auf Schumanns Weinblog vergestellt  habe. Ich habe überdies mit dem Gedanken gespielt, ihn zu meinem Weihnachtswein zu machen – allerdings wohl zu dem des Jahres 2015… Weiterlesen

Roche de Bellene 2010 Montagny Premier Cru Burgund

von Christian Schumann

[dropcap2]I[/dropcap2]ch habe in den Tiefen meines oft verworrenen Hirns zahlreiche interne Kategorien festgelegt, die mir die Einordnung der von mir getrunkenen Weine erleichtern. Unser heutiger Tropfen, der letzte weiße Burgunder bis zumindest Weihnachten, gehört für mich ganz eindeutig in die Schublade „Weißwein für Rotweintrinker“. Mir persönlich wird trinkerische Voreingenommenheit stets ein Greuel sein, aber ich kenne nicht eben wenige, sonst durchaus kultivierte Mitteleuropäer, die zu absoluten Aussagen neigen: „Ich mag keinen Rotwein“ oder „ich vertrage keinen Weißwein“ hört man unglücklicher Weise nicht eben selten. Allerdings trauen wir es uns auf Schumanns Weinbog durchaus zu, an derartigen Herausforderungen zu wachsen. Mein heutiger Tipp sollte durchaus geeignet sein, den einen oder anderen Sodbrenner und Säureverächter zumindest zum Chardonnay zu bekehren… Weiterlesen

Jean Louis Chavy 2010 Puligny-Montrachet Burgund

von Christian Schumann

[dropcap2]I[/dropcap2]ch bin wieder mit Haut und Haaren meiner Burgundleidenschaft verfallen… Am vergangenen Wochenende besuchte ich in den Räumlichkeiten eines sehr guten Händlers und ausgewiesenen Burgunderexperten eine ausgesprochen eindrucksvolle Verkostung. Es galt den aktuellen  Jahrgang (2010) sämtlicher dort verfügbarer Tropfen aus der uralten Weinkulturlandschaft zwischen Dijon im Norden und der Grenze zum Beaujolais im Süden anzutrinken. Ich möchte hier nicht über Gebühr ins Detail gehen, aber ich war besonders von den Weißweinen ausgesprochen angetan. Die Roten kann und will ich – von meiner Position als kompletter Einsteiger in diese vielleicht schwierigste und intellektuell am meisten fordernde Materie in der Weinwelt aus – nicht beurteilen. Weiterlesen

Domaine Dublere 2008 Volnay 1er Cru Les Pitures Burgund


von Christian Schumann

Burgund polarisiert. Burgund ist gleichzeitig unheimlich kompliziert und extrem einfach zu verstehen. Es gibt nur zwei Rebsorten (Pinot Noir und Chardonnay), dafür aber einen abartig kleinteiligen Flickenteppich von Appellationen. Um da wirklich durchzublicken muss man wohl hunderte, wenn nicht tausende, von Weinen verkosten, am besten lebenslang jeden Urlaub in der Region verbringen und mehr als nur ein kleines Vermögen inverstieren. Dies ist der Grund, weshalb so viele Weinfreunde hierzulande überhaupt kein Interesse am Burgund mehr haben. Sie finden die Weine schichtweg zu teuer und die guten Exemplare zu schwer aufzuspüren. Sie meinen, der Aufwand würde sich nicht lohnen. Diese Meinung teile ich nicht, auch wenn ich zugeben muss, dass auch ich schon mit Vollgas ins Minenfeld der preislichen Überzogenheit gerannt bin… Weiterlesen