Schumann im Burgunderhimmel (Teil 1)

 

 

Ich bin wieder da!

 

Zu Beginn dieses ersten Beitrags seit mehr als einem Jahr – Asche über mein Haupt – möchte ich mich nicht lange mit Erklärungen, Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen aufhalten.

Nur eines sei demjenigen unter den geneigten Lesern gesagt, der sich wirklich für meine Person oder meine schreibende Tätigkeit interessiert:

Es waren weder haarsträubende persönliche Abgründe noch anders geartete schicksalhafte Katastrophen, die für meine sträfliche Abwesenheit sorgten. Ich fühlte mich nach gut drei Jahren einigermaßen regelmäßigen Schreibens über Wein lediglich temporär absolut unfähig, etwas auch nur einigermaßen Vernünftiges in die Tasten zu hauen, war intellektuell noch ausgebrannter und erschöpfter als ohnehin schon… Weiterlesen

Hospices de Beaune 1998 Pommard

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Alter Burgunder – Urlaub von der ewig jungen Wildheit

 

[dropcap2]G[/dropcap2]ewohnheiten sind – auch wenn es eine ewige Binse ist – nicht zuletzt da, um ab und an gebrochen zu werden. Ich befasse mich jahrein, jahraus mit mehr oder minder spannenden Nischenweinen, die von mehr oder weniger jungen und ab und zu auch tatsächlich wilden Typen auf ganz moderne oder teilweise auch betont altmodische Weise gemacht und nicht selten unheimlich hipp etikettiert werden. Mein heutiger Trinktipp hat nichts von alledem, er erscheint schon rein äußerlich aus der Zeit gefallen und ich habe ihn dennoch überaus genossen… Weiterlesen

Schumann unterwegs: Moselwoche für Fortgeschrittene Teil 2

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Loblied des Wahnsinns und ein Ausklang nach Maß

 

[dropcap2]D[/dropcap2]en vorerst letzten Stopp in Trittenheim legten mein inzwischen geradezu euphorisierter Begleiter – bis dato ein fast reinrassiger Pfalz-Trinker – und meine Wenigkeit beim bereits erwähnten Weingut Clüsserath-Weiler ein. Neben der mehr als ansehnlichen Weinen der Hausherren – dazu später mehr – und den begeisternd charakterstarken, spontan vergorenen Rieslingen des ebenfalls ortsansässigen Weinguts Schmitt-Rodermund , gilt es in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht – und im vollen Bewusstsein der totalen und sträflichen Verkürzung – vor allem eine unglaublich selbstgewisse, drastisch herkunfts- und jahrgangsgeprägte Versteigerungs-Spätlese vom Saar-Weingut Von Hövel zu würdigen, die für mich eine vor allem im fruchtsüßen Bereich auch ansonsten denkwürdige Riesling-Reihe anführte. Inhaber Maximilian von Kunow brachte den Charakter dieses Weines für die Ewigkeit so gekonnt auf den Punkt, wie man es nur tun kann, indem er bemerkte, dass gerade das eben die Saar sei und er ganz gewiss keine Kindergartenweine anstrebe… Weiterlesen

Schumann unterwegs: Moselwoche für Fortgeschrittene Teil 1

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Mythos Mosel – Frühstart mit Elbling und zwei junge Helden

 

[dropcap2]I[/dropcap2]ch bitte meine längere Abwesenheit im digitalen Trinkzirkus zu entschuldigen! Wie es das Schicksal so wollte, war ich in den letzten Tagen beinahe permanent in der Sphäre unterwegs, die man gemeinhin Realität nennt. So schlimm, wie man als interaktiver Paralleluniversenbewohner vielleicht annehmen möchte, waren diese Ausflüge jedoch nicht. Ganz im Gegenteil… Weiterlesen

Weingut Helmstetter 2012 Spätburgunder Hundsrück

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Weingut Helmstetter – Der nächste Schritt

 

[dropcap2]D[/dropcap2]as Weingut Helmstetter in Bürgstadt ist inzwischen so etwas wie ein feste Größe hier bei Schumanns Weinblog. Bereits vor weit mehr als einem Jahr führe mich einer meiner ersten Außeneinsätze in den schnieke aufgemöbelten Familienbetrieb am Rand des rotweinseligen Städtchens am Untermain. Und bereits damals war ich mehr als begeistert von der Dynamik und vor allem von der bedingungslosen Hingabe, mit der das Vater-Sohn-Gespann Erhard und Max Helmstetter ihren ureigensten Traum leben. Insbesondere die roten Burgunderweine der Jahrgänge 2009 bis 2011, die ich komplett verkosten durfte, deuteten mehr als an, dass bei Helmstetters keine Kompromisse gemacht werden und man nur in eine Richtung blickt: Nach oben… Weiterlesen

Winzerportrait: Weinmanufaktur 3 Zeilen Rödelsee Franken

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Weinmanufaktur 3 Zeilen – Individualismus pur im Steigerwald

 

[dropcap2]M[/dropcap2]ittlerweile kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich in Weindeutschland ein wenig herumgekommen bin. Ich mag vergleichsweise spät damit begonnen haben, mich wirklich intensiv und zumindest semiprofessionell mit dem Getränk der Getränke zu befassen, aber ich hole auf… Was mir jedoch in erst vor kurzem im fränkischen Rödelsee zugestoßen ist – das Gute liegt tatsächlich oft so nah -, das sucht in der Tat seinesgleichen: Ich möchte nicht über die Maßen ins Schwärmen geraten, aber Winzer Christian Ehrlich und seine Gattin Alexandra verfolgen mit ihren markanten und durchaus fordernden Bioweinen eine Philosophie, die derart exakt auf meine persönlichen Vorlieben zugeschnitten ist, dass es mich fast schon gruselt… Weiterlesen