Weingut Rothe Kvevri Orange Wine

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Alles Orange und keine Meinung 

 

[dropcap2]E[/dropcap2]s geht ein Geist um in der Weinwelt. Und er ist nicht weiß gewandet, wie es das althergebrachte Klischee verlangt, sondern er zeigt sich hefig trüb bis bernsteinfarben – nicht selten  leuchtet er geradezu vorwitzig orange…

Obwohl in meinem Innersten eine eher konservative Trinkerseele haust, habe ich mich zuletzt verstärkt mit diversen, sich teils überschneidenden Trends befasst, ob sie nun als maischevergorener Orange Wine oder als archaischer ungeschwefelter Vin Naturel daherkommen. Ein abschließendes Urteil zu derlei flüssigen Absonderlichkeiten habe ich jedoch noch nicht gefällt, ich vertrete inzwischen die Meinung, dass man nicht zu allem eine ebensolche haben muss… Weiterlesen

Alte Liebe, neues Glück – Silvaner aus Franken (Teil 2)

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Annäherung an das Chamäleon – Ein Aussteiger machts möglich

 

[dropcap2]W[/dropcap2]ie bereits in Teil 1 meiner Silvaner-Reihe mehr als ausführlich geschildert, empfinde ich den Silvaner nicht zuletzt als wahres Genie in Punkto Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit. Dies macht ihn in meinen Augen viel eher zu einem passenden Vergleichsgegenstand des durchglobalisierten Chardonnay denn der Terroirgottheit Riesling, selbst wenn auch er sehr gut seine Herkunft widerspiegeln kann… Weiterlesen

Alte Liebe, neues Glück – Silvaner aus Franken (Teil 1)

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2015 – Mein persönliches Silvanerjahr

 

[dropcap2]V[/dropcap2]ielleicht wird man ja wirklich etwas sentimental mit zunehmendem Alter… Aber nach meiner Rückkehr von der Prowein, dem ebenso unvermeidlichen wie hektischen Stelldichein der Branche, fühle ich mich genötigt, eine Lanze für die Langsamkeit in Trinkdingen zu brechen. Ich habe in den letzten Wochen vor dem kollektiven Schlürf- und Spuckmarathon unheimlich wenig verkostet – dafür aber stetig, ruhigen Mutes und mit klarem Fokus auf meine fränkische Heimat und ihre wichtigste Traube… Weiterlesen

Weingut Rinke 2012 Langsurer Brüderberg

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Die andere Mosel – Fettfreier Chardonnay vom Rieslingfluss

 

[dropcap2]A[/dropcap2]uch wenn ich bekennender Rieslingfetischist ohne Aussicht auf Heilung bin, so muss ich heute dennoch ein Geständnis ablegen: Immer häufiger dürstet es auch mich in letzter Zeit nach weißer Abwechslung und ich greife zu Weinen aus den Burgundersorten. In die Ferne schweifen muss ich in solchen Monenten nicht mehr allzu oft, denn auch auf diesem weiten Feld hat man hierzulande in den letzten Jahren gewaltig aufgeholt. Quantitativ ohnehin – vor allem Weißburgunder legt in eigentlich allen Regionen noch immer gewaltig zu -, doch auch hinsichtlich der Güte müssen sich deutsche weiße Burgunderweine beileibe nicht mehr hinter den normalerweise gallischen Ikonen dieser Kategorie verstecken. Der Riesling beherrscht noch immer Weingermanien, doch absolut ist seine Dominanz schon länger nicht mehr… Weiterlesen

Katharina Okfen 2012 Solist

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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

 

[dropcap2]E[/dropcap2]igentlich ist dieser längst überfällige Artikel ein Nachtrag zu meinen Erlebnissen an der Mosel im vergangenen Herbst. Bereits am Wochenende nach Mythos Mosel  begab ich mich erneut in meine ureigenste Sehnsuchtsregion, allerdings diesmal eigentlich nicht, um spannende Neuheiten von wilden jungen Winzern zu verkosten. Ich war vielmehr zur offiziellen Jahrgangspäsentation bei Markus Molitor geladen, also zur Mutter aller von mir oft zitierten Realitätsüberprüfungen. Weiterlesen

Schumann unterwegs: Moselwoche für Fortgeschrittene Teil 2

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Loblied des Wahnsinns und ein Ausklang nach Maß

 

[dropcap2]D[/dropcap2]en vorerst letzten Stopp in Trittenheim legten mein inzwischen geradezu euphorisierter Begleiter – bis dato ein fast reinrassiger Pfalz-Trinker – und meine Wenigkeit beim bereits erwähnten Weingut Clüsserath-Weiler ein. Neben der mehr als ansehnlichen Weinen der Hausherren – dazu später mehr – und den begeisternd charakterstarken, spontan vergorenen Rieslingen des ebenfalls ortsansässigen Weinguts Schmitt-Rodermund , gilt es in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht – und im vollen Bewusstsein der totalen und sträflichen Verkürzung – vor allem eine unglaublich selbstgewisse, drastisch herkunfts- und jahrgangsgeprägte Versteigerungs-Spätlese vom Saar-Weingut Von Hövel zu würdigen, die für mich eine vor allem im fruchtsüßen Bereich auch ansonsten denkwürdige Riesling-Reihe anführte. Inhaber Maximilian von Kunow brachte den Charakter dieses Weines für die Ewigkeit so gekonnt auf den Punkt, wie man es nur tun kann, indem er bemerkte, dass gerade das eben die Saar sei und er ganz gewiss keine Kindergartenweine anstrebe… Weiterlesen