Henri Ruppert Pinot Noir les terrasses Schengen Luxemburg

Schumanns Weinblog Henry Ruppert Pinot Noir

ein Gastbeitrag von Laurens Mauquoi

[dropcap2]D[/dropcap2]ies ist der letzte Beitrag unseres Monats des Luxemburger Weins. Nach zwei Weißweinen und einem Crémant ist es nun an der Zeit, einen Rotwein vorzustellen.

Henri Ruppert ist der Innovator der Luxemburger Mosel. Dies zeigt sich schon anhand seiner Wohnung, hoch oben auf dem Markusberg in Schengen. Das Anwesen wurde vom Luxemburger Stararchitekten Francois Valentiny entworfen (zugegeben es gibt nicht so viele Architekten im Großherzogtum), der auch für das Pavillon Luxemburgs bei der Weltausstellung in Shanghai verantwortlich war. Bei so viel Stargehalt verwundert es kaum, dass das Gebäude nahezu jedes Etikett des Weinguts ziert. Das bisschen Angeben kann man aber als Marketing vertuschen. Und das beherrscht Ruppert, wie wohl wenige andere Winzer in Luxemburg. Ein tolles Haus, hervorragende Weine und ein Hund, der auf den Namen Pinot hört – bei Ruppert stimmt einfach das Gesamtpaket.

Ruppert hat eine ausgesprochene Meinung zu Wein und genau aus diesem Grund besuche ich ihn gern. Er war der erste Winzer Luxemburgs, der sich getraut hat, eine Spätlese zu keltern. In einem Land, wo sich eher selten etwas ändert, war das eine kleine Revolution. Zudem hat er höchste Qualitätsansprüche, die für manche regelrecht absurd wirken: Er möchte seinen Riesling mit den nobelsten Tropfen Deutschlands, seinen Crémant mit Champagner und seinen Pinot Noir mit Burgunder vergleichen.

Wobei wir beim heutigen Thema wären: Pinot Noir les terrasses 2011. Nur ein geringfügiger Prozentsatz der gesamten Luxemburger Produktion ist Rotwein und man kommt nicht drum rum zuzugeben, dass der beste Wein wohl eher weiß ist. Doch wie bei allem gibt es Ausnahmen und die Ausnahme stelle ich hier vor. Um diesen edlen Tropfen zu produzieren, hat Ruppert seine besten Parzellen auf dem Stromberg an der Grenze zu Frankreich ausgewählt, da die Quarzitböden dem Wein einen ganz eigenen Charakter verleihen. Damit der Wein sich perfekt für den Ausbau in Barriques eignet, setzt Ruppert die Ernte besonders spät an, noch später als in Burgund.

Und dieser Wein ist eine Delikatesse für die Nase, unglaublich bukettreich und in keiner Hinsicht ein Vergleich zu den schwächeren Elsass-Weinen, die ich in der letzten Zeit viel zu oft trinken musste. Komplexe Aromen: fruchtig, nicht einfach Kirschen, eingelegte Kirschen! Ganz klar ein Wein, der im Fass ausgebaut wurde: Holz und Vanille! Jetzt könnte man denken: bei so heftigen Eindrücken ist dies wohl kein Frauenwein. Richtig! Aber er ist überhaupt nicht überladen und somit sicher frauentauglich. Das Blöde an diesem Pinot Noir ist, dass man gar nicht aufhören möchte, ihn zu loben. Samtige, doch deutlich hervortretende Tannine werden mit einer angenehmen Fruchtigkeit kombiniert. Vollmundig und elegant, was will man mehr? Meiner Meinung nach hält sich dieser Wein noch eine ganze Weile – mindestens 5 Jahre. Ruppert selbst geht sogar noch weiter und glaubt, dass 10 Jahre keineswegs übertrieben sind. Ich habe noch einige Flaschen im Keller. Bin also sehr gespannt, wer recht behalten wird.

www.schumanns-weinblog.de

Print Friendly, PDF & Email
1 Antwort
  1. Christian Segers ( Weinnase )
    Christian Segers ( Weinnase ) says:

    Tach aber auch !

    Wieder ein sehr interessanter wie für mich informanter Blo ! Nur , hab ich nix gesehen , wo ich den und die Weine dieses “ Indivdualisten erwerben kann ! Bes. der PN hätte meingefällige Interesse zur einer PN-Degu in der Nach-PROWEIN-Zeit bei mir mit “ FachNasen “ ! Könnt IHR da watt arrangieren ? Wäre sehr dankbar und drum verlegen ! LG CpS 😎 !

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar