Reichsrat von Buhl 2011 Von Buhl Riesling trocken Pfalz

Ich bin wieder mit der Weinwelt im Reinen.  Ich kann wieder einen Tropfen auf Schumanns Weinblog präsentieren, wie ich ihn liebe. Nach dem Gruselerlebnis mit einem morbiden Italo – Baron hatte ich ja Besserung gelobt und mir vorgenommen, von nun an erst einmal wieder nur Weine zu trinken, die wirklich meinem persönlichen Geschmack entsprechen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, nahm ich mir letzte Woche insgesamt drei trockene Pfälzer Rieslinge von hervorragend beleumundeten Gütern vor. Mit negativen Überraschungen muss der interessierte Weinfreund folglich in der nächsten Zeit eher nicht rechnen…

Der erste Wein in der ebenso lustigen wie anspruchsvollen Süffelriege (Denn eines tun sie alle, die lieben Pfälzer: Sie animieren einen, zuviel zu trinken!) ist der Gutsriesling des mir überaus sympathischen Weinguts Reichsrat von Buhl. Man lebt hier quasi den Gegenentwurf zu verstaubtem Traditionsgehabe und arbeitet wirklich zielstrebig daran, dass die Weine immer besser werden. Das tun sie offenbar auch, zumindest wenn man den Bewertungen sämtlicher einschlägiger Kritiker Glauben schenken mag. Der Betrieb ist in seiner Gesamtheit bio – zertifiziert, die Vergärung der Weine erfolgt temperaturkontrolliert und bevorzugt mit natürlichen Hefen (das gilt zumindest für die Lagenweine und Großen Gewächse). Ich begrüße es jedoch sehr (alles Radikale ist mir ohnehin fremd), dass dieser Ansatz zwar mit Überzeugung, nicht aber um jeden Preis vefolgt und nach außen kommuniziert wird. Man gibt sich erfrischend unideologisch und lässt das Produkt für sich sprechen. Kein Mensch braucht noch mehr stinkige Radikal – Ökoweine!  

Und die Weine haben es tatsächlich in sich – soviel kann man wohl behaupten – denn schon der Gutsriesling kommt überaus stilvoll herausgeputzt daher. Er ist meilenweit entfernt von vermeintlich jahrgangstypischer Säurearmut und moppeliger Langeweile. Ganz im Gegenteil! Man bekommt hier zu einem überaus fairen Tarif einen richtigen Knackarsch ins Glas, der gleichermaßen mit fruchtig – frischen wie mit mineralisch – würzigen Noten begeistert. Irgendwie meinte ich beim Verkosten einen 2010er im Glas zu heben – allerdings einen von den richtig guten und gehaltvollen ihrer Art… Der Körper ist schlank und trainiert, aber Selbstkasteiung ist seine Sache auch nicht. Pfalz bleibt Pfalz, schwächlich ist hier rein gar nichts. Dennoch ist an unserem Buhl nichts übersteuert oder gar  laut, er ist ein feiner, ausgewogener und immer empfehlenswerter Riesling.

Die Tatsache, dass ich diesem großartigen Basisstoff trotzdem „nur“ vier von sechs Sternen geben kann, ist einer ganz leichten Eisbonbonnote sowie der unmittelbaren Konkurrenz geschuldet, die an dieser Stelle in den nächsten Tagen ihren großen Auftritt haben wird. Ich will nicht zuviel verraten, aber nach dem Reichsrat wird erst der Präsident folgen und anschließend ein leibhaftiger Winzergott

um 9€ bei Karstadt

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  1. […] in der Nase – Wick Blau gibt es da nie! Den rebsortenübergreifenden Beweis kann man hier und hier (sind nämlich doch Reinzuchthefen!) nachlesen – ich habe bereits über das […]

  2. […] Gutsriesling seit es diese Seite gibt. Keinen aus 2010 und auch keinen 11er. Den knackig leckeren “Von Buhl” in allen Ehren, aber das hier ist richtig großes Kino – und das quasi im Vorprogramm. Es […]

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