Szigeti Pink Uhu Uhudler Sekt

05 Okt
5. Oktober 2013
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Uhudler Sekt – Fescher Prickler statt Musikantenstadel

 

Im Herbst zeigt der Weingermane sein wahres Gesicht und trinkt besonders in den Anbaugebieten selbst das, was er offenbar am liebsten hat: In strikter Abgrenzung zum eher morbiden Insulaner, der firnig-antike Rote und schale Jahrgangschampagner weit jenseits ihrer Lebenserwartung schätzt, süffelt man zwischen der Rudelsburg und der pannonischen Steppe alkoholische Frühchen. Es saust, stürmt, federweißt und junkert im Land der dichten Denker und ihrer Nachbarn, zahllose traditionelle Saisonweine haben Hochkonjunktur und niemand schert sich offenbar um ihre nicht immer heilsamen Auswirkungen auf Magen, Darm und nicht zuletzt auch Kopf…

Was die Franzosen vor ein paar Jahrzehnten als Beaujolais Primeur global etablierten, das gibt es hierzulande schon seit Jahrhunderten – mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass es die hiesigen vorzeitigen Ergüsse der Weinwirtschaft bis dato noch nicht geschafft haben, den Ruf ganzer Anbaugebiete nachhaltig zu ruinieren. Dennoch spielt Schumanns Weinblog nicht mit im Konzert der hefigen Halbstarken, mein heutiger Kandidat ist zwar auch nur im Herbst für kurze Zeit  verfügbar, weist aber dennoch eine gewisse Seriosität auf, die man beileibe nicht jedem seiner Verwandten nachsagen kann…

Der Pink Uhu von der großen und guten Sektkellerei Szigeti stammt aus der Steiermark, einer Gegend, die neben herausragenden Sauvignons und Muskatellern nicht zuletzt auch für einen der gruseligsten Traditionstropfen auf dem Planeten berühmt ist: Der Uhudler wird primär aus der halbwilden Hybridrebe Isabella gewonnen und genießt aufgrund der einmaligen Kombination aus fuchsig-dropsiger Frucht und ätzender Säure zurecht einen mehr als zweifelhaften Ruf als rosa Heilmittel für die Herbstdepressionen trunksüchtiger Rentner mit intakter Magenflora.

Da uns Piefkes die Österreicher in den Bereichen Lebensmittelpatriotismus und Qualitätsstreben noch immer weit voraus sind, geben sich seriöse Erzeuger wie Szigeti mit diesem krachledernen Status Quo nicht zufrieden und versuchen, auch aus der Uhudlertraube anständigen Wein zu erzeugen, der in unserem heutigen Fall sogar fröhlich vor sich hin perlen darf…

 

Pink Uhu – Seltener Partyspaß im Glas

 

Der wohl ziemlich einmalige Uhudler Sekt mit dem netten Namen Pink Uhu ist denn auch nicht nur hübsch und marktgerecht verpackt, er hält auch, was das poppige Etikett verspricht. Nichts am Pink Uhu ist ernsthaft oder gar verkopft, er will zu seiner Zeit einfach Freude machen und zum Trinken verführen, bevor es zu spät  ist und die wenigen Flaschen restlos vergriffen sind.

Ungeniert pink und selbstbewusst perlend steh er im Glas und verströmt einen nicht eben leisen Duft nach Kindheit in Form von Walderbeeren und leckerem Kaugummi. Wenn man seinen inneren Weinsnob einmal kurz über Bord wirft, dann muss man sich einfach eingestehen, dass diese Kombination unfassbar lecker riecht und will ihn einfach kosten… Im Mund zeigt sich alsbald, dass diese vermeintlich unkultivierte Entscheidung goldrichtig war, denn neben der auch hier omnipräsenten wilden Frucht hat man es beim Pink Uhu mit einem erstaunlich trockenen und säurefrischen Sekt zu tun, der ganz offensichtlich mit der gleichen Hingabe und Präzision vinifiziert wurde wie alle anderen Weine des Hauses Szigeti aus auf dem Papier höherwertigen Sorten. Der Pink Uhu ist nämlich kein mit Kohlensäure aufgepumpter Primitiv-Perlwein, sondern er entstand mittels klassischer Flaschengärung wie ein Champagner.

Obschon ich für meinen Teil kein sonderlich fanatischer Anhänger von traditionellen Regionalspezialtäten der alkoholischen Art bin – dies sollte aus der Einleitung dieses Beitrages herauszulesen sein -, habe ich mit dennoch entschlossen, diesen wundersamen Uhudler Sekt namens Pink Uhu nicht nur hier auf Schumanns Weinblog anzupreisen, denn ich denke, dass er zweifelsohne eine Sonderstellung auf diesem verminten Gebiet innehat…

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  1. […] sich nun mit einem schönen Gläschen zurücklehnen möchte, sollte einen Blick auf „Schumanns Weinblog“ werfen, wo uns der Uhudler Sekt näher vorgestellt […]

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