Von Othegraven 2011 Max Riesling trocken Saar

Schumanns Weinblog Othegraven 2011 Maxvon Christian Schumann

[dropcap2]I[/dropcap2]ch möchte heute einmal versuchen, einen Wein des Weingutes Von Othegraven zu würdigen, ohne zum tausendsten Mal auf seinen mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Eigentümer Günther Jauch einzugehen. Das hat der Tropfen nämlich gar nicht nötig! Die Weine des Betriebs waren auch schon in den letzten Jahren unter der Vorbestitzerin Heidi Kegel auf dem Weg zur Gebietsspitze. Eigentlich hätte es der schicken neuen Etiketten und der purisitschen Designer-Homepage gar nicht bedurft. Aber schön und gut, wenn so hippe Agenturen beschäftigt und vielleicht neue Kundenkreise erschlossen werden, warum nicht…

Nur noch ein Satz zum Jauch – Thema: Den Namen hat unser edel verpackter Riesling vom Urahnen des Moderators, dem Mulitweingutsbesitzer Max von Othegraven, der um die vorletzte Jahrhundertwende ein richtig dicker Fisch an der Saar war. Nun aber zu den inneren Werten:

Der Max ist 2011 eine Art „Saarriesling light“. 2010 war viel gebietstypischer, säurebetont und knackig, der aktuelle Jahrgang hingegen steht eindeutig auf der fruchtbetonten, der massentauglichen Seite. Ich käme allerdings nicht im Traum darauf, hier Geschäftsinteresse zu unterstellen! So waren nämlich viele Saarweine aus 2011 und Schuld daran tragen alleine die untypisch ausgereiften und säurearmen Trauben. Richtige Freaks und fanatische Anhänger des alten, stahligen, super leichten und richtig fordernden Stils der Gegend werden folglich keine allzu große Freude an diesem Tropfen haben. Alle anderen jedoch, die einfach nur guten Riesling trinken wollen, den man für recht kleines Geld leicht bekommt, wird das zum Glück wenig tangieren…

So gefällt der Max schon in der Nase mit seinem schmeichelnden, reifen Duft von allerhand Steinobst und leicht süßlichen, kandierten Früchten. Dennoch bleibt der Eindruck insgesamt belebend und frisch, denn bei letzteren handelt es sich fraglos um Zitronen. Es deutet sich überdies eine leichte mineralische Würze an, die anschließend im Mund bestätigt wird. Die naheliegendste Assioziation bleibt jedoch der Korb voller gesunder  gelber Früchte, den die treusorgende Mutter vom Wochenmarkt heimträgt und in dem sich auch noch ein paar frisch geschnittene Blumen befinden. Es ist nicht immer eine Freude, trockene Weine von der Saar zu verkosten, aber hier fehlt angesichts der vorhandenen Fülle absolut nichts – schon gar kein Restzucker! Zugegeben, furztrocken ist er nicht, aber meilenweit entfernt vom Alptraum eines jeden frankophilen Trockensäufers…

Insgesamt bleibt dieser Wein – trotz meiner anfänglichen Polemik – schon ein erkennbarer Vertreter seiner Heimat. Die Säure mag vielleicht etwas verhaltener ausfallen als üblich, aber das macht ihn eben auch so charmant, leicht verständlich und für jedermann genießbar. Mit Recht ein polulärer Wein, der jedoch gewiss nicht populistisch ist – egal wie prominent sein Schöpfer auch sein mag…

um 10€ bei Metro gekauft

WWW.SCHUMANNS-WEINBLOG.DE

 

 

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