Wein des Monats August 2012: Dr.Bürklin-Wolf 2011 Wachenheimer Riesling Pfalz

10 Aug
10. August 2012
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Wir hatten auf Schumanns Weinblog für die kurze Zeit schon recht viele verschiedene Typen als Wein des Monats: Süßen Riesling, badischen Burgunder und günstigen Italo-Roten. Diesen Monat möchte ich zu meiner Leib- und Magen – Rebsorte Riesling zurückkehren – diesmal aber in ihrer trockenen Ausführung. Der Wachenheiner Riesling sollte sich beim geneigten Leser (vorausgesetzt, es folgt auch jemand meinen Empfehlungen…) recht schnell zu einem echten Liebling entwickeln. Dessen bin ich mir sicher! Denn er hat und kann alles, was man braucht, wenn man dem trockenen Weißwein nicht grundsätzlich abgeneigt ist:

Wer Besuch hat und der Auffassung ist, er könne diesem niveauvollen Stoff ausschenken, der ist hier immer auf der sicheren Seite. Bürklin-Wolf ist ein Weltklassebetrieb (fürs Ego), arbeitet biodynamisch (fürs Gewissen) und die Weine des Hauses sind stets von berechenbarer Güte (für Risikoscheue). Ich hatte zu diversen Gelegenheiten deren Rieslinge und war immer zufrieden und nicht selten begeistert. Bereits der Gutswein zeigt für knapp unter 10€, was in diesem riesigen Weingut steckt und belegt für mich Jahr für Jahr einen der ersten Plätze in dieser Kategorie in der Pfalz.

In diesem Zusammenhang muss ich ein paar Worte zur Pfalz im Allgemeinen und zu den Pfälzer Rieslingen im Speziellen loswerden: Ich bin bekanntermaßen ein Freund nicht allzu schwerer und gehaltvoller Rieslinge. Daher war ich beim ersten Kontakt mit dieser für seine Kraftmeier bekannten Region auch zunächst skeptisch. Allerdings wurde ich nun schon unzählige Male eines besseren belehrt. Man hat offenbar allerorten in Bussi - Beck – Land aus den Exzessen der Vergangenheit gelernt und hält mittlerweile seinen winzerischen Testosteronspiegel im Zaum. Sämtliche trockenen Rieslinge der unteren und mittleren Prädikatsstufen entsprechen heutzutage (zumindest bei guten Erzeugern) perfekt dem, was ich unter “pfälzisch – süffig” verstehe:

Sie leugnen nicht ihre Power, machen sich nie klein und zeigen immer, aus was für tollen reifen Trauben sie gekeltert wurden. Schlankheitwahn gibt es wahrlich nicht im Saumagen – Gürtel… Allerdings begegnen einem nahezu keine adipösen Typen mehr und auch keine Alkoholbomben. Man versteht es meiner Ansicht nach hier so gut wie sonst nirgends in Deutschland, recht eindrucksvolle Alkoholwerte perfekt zu integrieren. Für mich ist mein persönliches Alleinstellungsmerkmal des Pfälzer Rieslings eben diese perfekte Balance zwischen Kraft und Trinkbarkeit.

Wer es so gut schafft wie Bürklin-Wolf, 13% Alkohol in einem Wein beinahe nicht wahrnehmbar unter Massen wunderbarster Früchte und Strömen von mundwässernder Säurefrische zu verbergen, ohne dem Wein seine gottgegebene südliche Saufbarkeit zu rauben, der nimmt mir die Angst vor dem Klimawandel… Auf der hauseigenen Website wird der Wacheheiner Riesling als Vetreter des Mittelsegments der Kollektion sogar eher als Leichtgewicht angepriesen – dieser Darstellung möchte ich jedoch widersprechen. Wer wie ich weinmäßig eher in der Mosel badet, der wird diesen Tropfen schon als durchschlagend empfinden. Doch das macht ihn nicht minder interessant für Leichtwein – Freunde. Porbiert unbedingt diesen feinen Biostoff und hört mit dieser selbst auferlegten Dauerdiät auf! Von nix kommt nix… Wer es gerne burgundisch – voll hat, der kann den Wachenheimer hingegen perfekt als Einstieg in die Oberklasse des Hauses nutzen um dann zum tausendsten Mal überrascht aufzuschreien: “Die Deutschen können ja doch…”. Den geringen Aufpreis gegenüber dem Gutsriesling sollte man in jedem Fall verschmerzen können bei einem solchen Prachtwein.

11,90€ bei Vino24

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